Handschrifttraining

Wann macht ein Handschrifttraining Sinn?
- Die Schrift Ihres Kindes ist schlecht lesbar.
- Ihr Kind schreibt zwar schön, aber braucht viel zu lange dazu.
- Das Schreiben verursacht Verspannungen und Schmerzen.
Dies alles führt letztlich dazu, dass das Schreiben mit der Hand vermieden wird und alles Lernen mühsam bleibt. Denn eine gute Handschrift ist ein entscheidender Faktor für den Schulerfolg. Dabei geht es einerseits um das Schreibprodukt und andererseits um die Bewegungen, die es erzeugen. Die Schrift soll gut aussehen und deutlich lesbar sein, aber auch zügig geschrieben werden und das Schreiben muss über einen längeren Zeitraum schmerzfrei durchzuhalten sein.
Eine gute Handschrift ist kein ästhetisches Randproblem, sondern ein gravierendes Lernhindernis.
Ein geübter Schreiber ist wie ein guter Radfahrer. Er denkt nicht mehr über seine Schreibbewegungen nach, sondern achtet auf den Verkehr und seinen geplanten Weg. Erst mit einer gut automatisierten Handschrift kann die Aufmerksamkeit bei der Rechtschreibung und dem Formulieren eines Textes sein.
Leider wird in den allermeisten Grundschulen wenig Unterrichtszeit auf das Lernen und Üben einer funktionierenden Handschrift verwendet. Offene Unterrichtsformen und selbstentdeckendes Lernen anstelle von direkter Instruktion lassen eine exakte Anleitung der richtigen Schreibbewegungen und ausreichendes Üben kaum zu. Ungeeignete Ausgangsschriften wie die vereinfachte Ausgangsschrift schaden zusätzlich. Unter dieser unnötig schlechten Lernbasis leiden Schülerinnen und Schüler über viele Schuljahre.
Wie sieht das Schrifttraining aus?
Jedes Handschrifttraining ist individuell. Zu Beginn analysiere ich Schriftproben Ihres Kindes und schaue mir den Bewegungsablauf beim Schreiben genau an. Anschließend erstelle ich einen detaillierten Trainingsplan und erarbeite mit Ihrem Kind die ersten Schritte z. B. die Schreibbewegung eines Buchstabens. So sehen Sie genau, wie Sie beim Training zuhause vorgehen. Sie trainieren im Anschluss täglich 15 Minuten genau das, was einer flüssigen Schrift auf die Sprünge hilft. Jeder Teilschritt wird so lange geübt, bis er gut funktioniert und direkt anschließend in die alltägliche Schrift übernommen und dadurch weiter gefestigt. Im wöchentlichen Rhythmus schauen wir uns gemeinsam die Fortschritte und das weitere Vorgehen an. Häufig ist ein Handschrifttraining im Rahmen der LRS-Förderung nötig, denn ohne eine funktionsfähige Schrift wird ein Rechtschreibtraining viel weniger Erfolg haben.